Yoga all inclusive – Ein Upgrade für Eltern

Gemütlich Yoga machen war gestern. Spätestens mit Kindern wird es schwer, einen ruhigen Platz zu finden, mal eine Stunde für sich zu haben, zu genießen oder einfach nur zu entspannen. Dabei brauchen gerade junge Eltern nichts mehr als ein bisschen Entspannung. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Allein, wenn man das Yogagewand anzieht oder die Matte aufrollt, bricht die Hölle los. Da verhungert plötzlich die halbe Familie, mindestens zwei stürzen sich gleichzeitig aus dem Fenster, sie finden um die Burg nichts zum Anziehen oder haben das Lieblingsspielzeug verlegt. Was tun? Nie wieder Yoga? Was ist die Alternative?

Vergesst alles, was ihr je über Yoga gehört habt. Vergesst ruhige Räume, saubere Matten, frische Luft, bequeme Kleidung, zwei Stunden Zeit, nicht vorher essen, … Fangt einfach von vorn an. Das einzige, was Ihr braucht, sind knapp 2 Quadratmeter Boden, ein Matte oder ein Handtuch und ein bisschen Mut.

Healthy familyLasst Eure normalen Sachen an. Vielleicht nicht gerade die engen Jeans und das kleine Schwarze, aber mit allen anderen Sachen geht Yoga sehr gut. Sucht euch im größten Gedränge eurer Wohnung einen Platz. Im Kinderzimmer, beim Frühstückstisch, im Badezimmer, im Schlafzimmer… Und fangt einfach an. Im ersten Moment werdet Ihr verständnislose Blicken ernten, aber da es so verrückt ist, wird niemand etwas sagen. Ihr seid anwesend und scheinbar greifbar, da Ihr ja normale Sachen anhabt und nicht weggegangen seid.

Es erfordert trotz allem ein bisschen Mut so öffentlich Yoga zu machen. Man wird beobachtet. Man wird aber nicht so leicht angesprochen. Und falls doch, antwortet nur kurz und lasst Euch nicht aus der Ruhe bringen. Eine gute Methode ist auch zu fragen, willst du mitmachen? Die meisten sind froh, NICHT mitmachen zu müssen, und haben plötzlich viele andere Dinge zu tun. Und wenn doch, gibt es ein zweites Handtuch oder eine zweite Matte. Lasst Euch trotzdem nicht von Euren Übungen abbringen. Es ist gut, wenn man einen Plan hat. Das heißt, man sollte vorher wissen, welche drei oder fünf Übungen man heute machen will. Also eine kurze private Serie zusammenstellen.

Mein Vorschlag: 5 Sonnengrüße (Surya Namaskara), zwei Dreiecke (Utthita Trikonasana, Parivritta Trikonasana), Vorbeugen (Paschimottanasana), Schmetterling (Baddha Konasana), Schulterstand (Sarvangasana) und zum Schluss ganz wichtig die Schlussentspannung (Savasana).

Manchmal wird es nur eine Übung – auch gut, dann bleibt freundlich, kümmert Euch um die „dringenden“ Probleme der einzelnen Familienmitglieder und fangt zu einem anderen Zeitpunkt noch mal von vorn an.

Wichtig ist

  • Wascht Euch vorher, macht Euch frisch.
  • Lüftet vielleicht kurz das Zimmer (gerade, wenn´s das Schlafzimmer sein muss).
  • Nehmt ein Handtuch oder eine Isoliermatte (nicht aus PVC).
  • Legt Euch niemals zur Schlussentspannung ins Bett (Energieverlust – Ihr braucht Eure Energie).
  • Macht immer eine Schlussentspannung, auch wenn Ihr nur 5 Sonnengrüße gemacht habt (min. 5 Min.).
  • Vielleicht könnt Ihr einmal die Woche in einen Kurs gehen, um in einzelnen Positionen korrigiert zu werden


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Eine vollkommen neue Yoga-Erfahrung und ein gutes Gefühl. Probiert es aus! Es dauert nicht länger als 20-30 Minuten, und eigentlich gibt es keine Ausrede, auf Yoga zu verzichten. 
Vielleicht könnt Ihr ja auch das eine oder andere Familienmitglied dadurch zum Yoga bringen. Mit Rückschlägen ist zu rechnen. Das schwierigste am Yoga ist, die Matte auszurollen.

Nemaste und viel Vergnügen!

Sandra Mosch ist Industriedesignerin, Grafikerin und praktiziert Ashtanga Yoga.

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