Stimmungsbarometer

Spring sunshineEs ist doch immer wieder erstaunlich: Da kommt die Sonne nach der langen Pause – im Winter treibt sie sich anscheinend wo anders herum – aus ihrem Versteck heraus und wir blühen auf. Nichts Neues, das wissen wir und doch überrascht es uns, wenn sich die Wirkung der Sonne auf unserem Gemüt ausbreitet. Es ist als ob sie die vielen kleinen Lebensgeister, die uns unter die Haut gehen, aufweckt. Aus ihrem Winterschlaf holt. Und einlädt, einen Tumult zu veranstalten. So fühlt sich das jedenfalls bei mir an. Ich gerate außer Rand und Band.

Und scheint die gute Sonne dann ein paar Tage nicht – weil sie, keine Ahnung, vielleicht auch etwas Besseres zu tun hat – hält die Reserve an Sonnenstrahlen noch ein bisserl an, nimmt nach und nach ab, die Laune sinkt. Bis es mir auffällt. Ich liebe ja eigentlich schlechtes Wetter, mag es wenn es stürmt und regnet. Doch mein Gemüt hat sich dann schon anders entscheiden und verdüstert sich. Gut und schön. Dagegen ist ja bekanntlich ein auch ein Kraut gewachsen. Man muss nur schmunzeln – auch wenn einem nicht danach ist. Mundwinkel in die Höhe ziehen und in dieser Stellung einige Zeit verharren. Auch wenn es einem komisch vorkommt, es wirkt. Die Sinne im Körper glauben den Schmäh, fallen jedes Mal darauf herein und schon wird im Inneren gute Stimmung verbreitet. Bis die Sonne wieder scheint und ihren Job uns aufzuheitern wieder übernimmt.

Gabi Weiss lebt und arbeitet in Wien und steckt ihre Nase am liebsten in Dinge, die sie nichts angehen.

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