Schauen und Sammeln

In Andernach gibt es sie schon seit 2009, auf diversen Blogs wie mundraub.org und Stadtfrucht Wien wird sie propagiert: Die essbare Stadt – auf Freiflächen angebautes Obst und Gemüse für alle.

Ulla beim Schauen und Sammeln, Foto: Katherine KrendlDie Standorte wilder (erlaubter) Köstlichkeiten liegen in Wien über die ganze Stadt verstreut.  Z.B. auf den  Steinhofgründen, wo es 1.600 historische Obstbäume gibt, von denen frei gepflückt werden kann – wenn man schnell genug ist (Letztes Jahr hatte ich Glück und konnte noch ein paar Äpfel erwischen)!

Trotz all der Fülle an Äpfel-, Birn- und Zwetschkenbäumen hat es mir ein sagenumwobenes Obst besonders angetan: die Maulbeere. Es gibt sie frisch nirgends zu kaufen, höchstens in getrockneter Form bekommt man sie zu Gesicht. Also eine besondere Rarität! Die gute Nachricht: Es gibt sie in der Stadt, sehr vereinzelt, aber nach diversen Standortbegutachtungen (Votivpark, Augarten) wurde ich erst auf der Roßauer Brücke fündig: Ein Maulbeerriese am Donaukanal, der seine Äste genau über die Brücke wachsen lässt (der violett verschmierte Fleck auf dem Gehsteig markiert die Fundstelle zur Reifezeit). Die Menschen, denen ich von meinem Maulbeerglück erzählt habe, machten ratlose Gesichter: Maulbeeren – Wie sehen die gleich noch mal aus? Denen sei geantwortet: Wie Brombeeren, nur länger. Aber am besten geht man selber schauen und sammeln.

Weiterführende Links andernach.de/de/bilder/essbare_stadt_flyer_quer_print_neu.pdf
mundraub.org/map stadtfruchtwien.wordpress.com/
frucht-fliege.blogspot.co.at/

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Ulla Unzeitig organisiert Open House Wien – Architektur für Alle – und ist derzeit auf der Suche nach dem missing link zwischen Fahrrad und Auto.

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