Foto: greenpeace.de

DETOX für die Kleider

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DETOX, also entgiften, ist gerade ein sehr hippes Wort. In erster Linie wird es mit der Entgiftung des Körpers in Verbindung gebracht. Sei es durch Fastenkuren oder auch mit Hilfe der so aktuellen Smoothies – wir wollen Gifte loswerden, die sich im Laufe der Jahre durch falsche Ernährung in Blut und Organen festgesetzt haben.

Innen hui, außen pfui?
Die Entgiftung des Körpers von innen ist eine gute Entscheidung und ein wichtiger Schritt zu mehr Gesundheit. Doch nicht nur durch die Ernährung, auch von außen kommen jede Menge Giftstoffe an und in unseren Körper.

Neun von zehn Kleidungsstücken werden in Asien produziert. In China, Indien oder Bangladesch – dort wo die Arbeiterinnen und Arbeiter keine Rechte haben und niemand auf die Umwelt Rücksicht nimmt. Alles egal! Denn das wichtigste Kriterium für die Hersteller wird erfüllt: Es ist billig!

Färben, waschen, imprägnieren
Färben, waschen, imprägnieren – verschiedenste Schadstoffe gelangen während der Herstellung von Kleidungsstücken ungefiltert in den Abfluss und vergiften Flüsse und Trinkwasser. Bereits zwei Drittel der chinesischen Gewässer sind mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien kontaminiert und auch in der im Handel befindlichen Kleidung werden immer wieder gefährliche Substanzen gefunden.

Diesen Missstand hat Greenpeace zum Anlass für die weltweite DETOX-Kampagne (Start war 2011) genommen und das schmutzige Geheimnis der Modehersteller öffentlich gemacht. Viele namhafte Marken wurden kontaktiert und zum Entgiften der Kleidung aufgefordert. Aufgrund der weltweiten Unterstützung von Millionen von Menschen lenkten mittlerweile 26 Modehersteller, unter ihnen Marken wie Zara, Mango, Benetton, Nike oder Adidas ein und verpflichteten sich bis zum Jahre 2020 keine gefährlichen Chemikalien mehr bei der Produktion zu verwenden.

Gleichzeitig mit den umweltschützenden Maßnahmen werden natürlich auch die sozialen Bedingungen für die Arbeiterinnen und Arbeiter verbessert. Es müssen faire Löhne bezahlt werden, und der Arbeitsplatz darf die Gesundheit der Menschen nicht gefährden.

Mitmachen!
Wer beim Entgiften der Mode mitmachen möchte, der kann hier an der Kampagne teilnehmen und ein Protestmail absenden, zu Öko-Kleidung greifen oder auch secondhand kaufen.

Noch mehr Hintergrundinfo gibt es im „Greenpeace Einkaufsratgeber Textil“ und in den Testberichten der Supermärkte und Discounter, die ja auch vermehrt Kleidung verkaufen.

Tchibo ist hier als DETOX-Trendsetter ein mustergültiges Beispiel. Als erster großer Händler will Tchibo komplett entgiften und darüber hinaus Produkte künftig so entwerfen, dass sie auch zurückgenommen und recycelt werden können.

Die DETOX-Kampagne hat ein erfolgreiches Jahr 2014 hinter sich, doch selbstverständlich bleibt Greenpeace dran, noch weitere Unternehmen vom Entgiften zu überzeugen und die Fortschritte der bereits teilnehmenden Modeketten laufend zu kontrollieren. Verpflichtung eingehen, zurücklehnen und nichts tun geht nicht!

BioBella Stranzl betreibt eine Website für gesundheits- und umweltbewusste Konsumenten und schreibt auch für andere Blogs.

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