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Das tollste Haus der Welt

Foto: Gisela Erlacher

Foto: Gisela Erlacher

„Man kann nicht einfach Photovoltaik auf ein Haus montieren und das dann für ein energiebewusstes Gebäude halten.“ Das sagt Thomas Bednar von der TU Wien – und er muss es wissen, schließlich ist er der wissenschaftliche Projektleiter des ersten Plus-Energie-Bürohochhauses Österreichs.

In detaillierter Forschungsarbeit haben er und sein Team zwei Jahre lang die Generalsanierung des ehemaligen Chemie-Hochhauses geplant. „Bei einem Hochhaus steht für eine große Zahl an Stockwerken nur eine verhältnismäßig kleine Dachfläche für Photovoltaik zur Verfügung“, erklärt Bednar. Also wurde die gesamte Fassade als Fläche herangezogen und die größte gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlage Österreichs installiert.

Aber diese Lösung alleine reicht nicht, um diesen hervorragenden Energiestandard zu erreichen: Es wurden unzählige innovative Maßnahmen aufeinander abgestimmt, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Die Fassade wurde z.B. wärme-, sonnenschutz- und lichttechnisch optimiert und in die Berechnung die gesamte Nutzung vom Computer bis zur Kaffeemaschine miteinbezogen. So wurden bis zu 93 % des ursprünglichen Energiebedarfs eingespart. Nicht ohne Stolz meinte Thomas Bednar bei der Eröffnung: „Es ist das tollste Haus der Welt“.

Foto: Gisela Erlacher

Foto: Gisela Erlacher

Die Erfahrungen aus den Forschungsprojekten sind für die TU Wien als neuer Standard definiert und werden schon jetzt an allen TU-Standorten angewandt. Die Generalplanung übernahm die ARGE der Architekten Hiesmayr – Gallister – Kratochwil. Der gesamte Planungs-, Bau- und Inbetriebnahmeprozess wurde durch das Forschungsteam der TU Wien und den Bauphysikplanern von Schöberl & Pöll GmbH wissenschaftlich begleitet.

Im Sommer 2014 haben rund 800 MitarbeiterInnen der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften die neuen Büros bezogen und sicher ist es auch für sie das „tollste Haus der Welt“!

Ulla Unzeitig organisiert Open House Wien – Architektur für Alle – und ist derzeit auf der Suche nach dem missing link zwischen Fahrrad und Auto.

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