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Aller guten Dinge sind die drei

Drei Landschaftsarchitekten, drei Freunde, eine gute Idee, die die Stadt grüner macht. Und so gut wie immer gelingt: Das Stadtbeet. Eine ausgeklügelte Kombination aus Gefäß, Substrat, Pflanzen und Saatgut. Und ein Entschleunigungsprozesss. Denn man kann den Pflanzen beim Wachsen zusehen.

Paul Stockinger, Friedrich Schwärz, Zeno Valenti – drei Landschaftsarchitekten, drei Freunde, eine gute Idee, die Stadt grüner zu machen: Stadtbeete nennen sich die Pflanzengefäße, die samt und sonders mit Wasserspeicher, Drainagesubstrat, Filtervlies, der richtigen Erde und ausgewählten Pflänzchen versehen werden. Dann heißt es einfach nur mehr aufstellen, den Kräutern und Pflanzen beim Wachsen zusehen und sich aufs Ernten freuen.

vlnr: Fritz Schwärz, Paul Stockinger und Zeno Valenti Foto: Evelyn Lynam

vlnr: Fritz Schwärz, Paul Stockinger und Zeno Valenti
Foto: Evelyn Lynam

Die drei haben einige Zeit an ihren Stadtbeeten getüftelt, wollten etwas ganz Eigenes auf die Beine stellen, etwas das immer funktioniert. Denn nichts ist frustrierender als Pflanzen, die nach kurzer Zeit die Köpfe hängen lassen und sich im Zwergerldasein üben, also nicht wirklich Lust aufs Wachsen haben. Daher kommen nur jene Pflanzen ins „Körbchen“, die für die Extremlagen – Terrassen und Balkone, viel Sonne und wenig Wurzelraum – wie geschaffen sind. Da können sich dann sogar Bäume wie die Felsenbirne breit machen, einer von Pauls Lieblingen. „Sie blüht vor dem Blattaustrieb, dann bildet sie im Sommer Früchte, die ein bisserl nach Marzipan schmecken, wenn man sie vor den Vögeln erwischt. Und im Herbst gibt es noch eine schöne rote Färbung,“ sagt er.

Foto: Evelyn Lynam

Foto: Evelyn Lynam

Neben den richtigen Pflanzen und dem durchdachten Aufbau trägt auch die Erde zum Gelingen bei. „Normale Gartenerde sackt bis zu 30 % ein, die müsste man dann permanent wechseln,“ sagt Paul. „Wir verwenden Trogerde mit Zuschlagstoffen wie Ziegelsplitt, Blähton, Sand und Humus, die kann dauerhaft in den Gefäßen drinnen bleiben und speichert Nährstoffe und Wasser sehr gut.“

Die Stadtbeete, die es mittlerweile sogar aus heimischem Eichenholz oder recycelten LKW-Planen gibt, sollen zum Entschleunigen beitragen. Den drei Landschaftsarchitekten ist es wichtig, dass man den ganzen Prozess miterleben kann: wenn die Pflanzen gedeihen, blühen, Früchte tragen und sich in ihren Beeten mausern.

www.stadtbeet.com

Gabi Weiss lebt und arbeitet in Wien und steckt ihre Nase am liebsten in Dinge, die sie nichts angehen.

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