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Ärger und gute Energie?

Manchmal, da steigt mir einfach der Zorn hoch. Denn da passieren Dinge in meinem Alltag, die mir nicht einmal in meinen schlechtesten Träumen eingefallen wären. Und kaum, dass irgend jemand bemerkt hat, dass mich gerade etwas aus dem Gleichgewicht geworfen hat, startet schon die Stichelei: „Ich dachte, du machst Yoga. Da übt man sich doch in Gelassenheit, oder etwa nicht?“

Athayoga_2014_01_webNun ja, das stimmt schon, aber…
Gefühle sind Gefühle, und sie lassen sich auch nicht weg-yogieren. Da gibt es die angenehmen Grundgefühle wie Vertrauen, Freude und Liebe und eben auch die weniger angenehmen wie Angst, Trauer und Wut.

Wenn die Energie frei fließt, fließen alle Gefühle, denn energetisch gesehen funktioniert es nicht, nur die angenehmen Gefühle fließen zu lassen und die unangenehmen wegzuzaubern. Bedauerlich, denken Sie jetzt vielleicht, denn wer fühlt sich schon wohl, wenn er sich ärgert, anstatt erhaben im ewigen Gleichmut zu ruhen.

Den entscheidenden Impuls, die unangenehme Energie des Ärgers zu transformieren, erhielt ich eines Tages aus der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg. Da durfte ich anfangen, umzulernen und den Ärger dankbar als Hinweis anzunehmen, dass bei mir gerade ein wichtiges Bedürfnis unerfüllt ist. Sobald man sich innerlich mit diesem Bedürfnis verbunden hat, beginnt ein Prozess der Zauberei und der Ärger nimmt ab. Ganz von selber. Und je mehr er abgenommen hat, um so mehr kommt auch wieder die heiß ersehnte Freude zum Vorschein. Alegria!

Bei mir funktioniert das. Und zwar zuverlässiger als yogische Atem- oder Meditationstechniken. Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren!

Isabella Welsch, Yoga-Lehrerin und Psychotherapeutin beschäftigt sich seit ihrer Jugend mit östlichen und westlichen Methoden der Selbsterfahrung und spirituellen Entwicklung.

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